Angebot: XMRV–Untersuchung bei CFS im deutschsprachigen Raum

XMRV (Xenotropic Murine Leukemia Virus-related Virus) wurde ursprünglich in Tumorgewebe der Prostata bei Prostatakrebs-Patienten nachgewiesen, die einen spezifischen Defekt des Enzyms RNase L aufwiesen.

Im Jahre 2009 wurde XMRV auch in Blutzellen von CFS-Patienten (Chronic Fatigue Syndrom) gefunden. Dies hat bei Betroffenen die Hoffnung geweckt, dass die Diagnose CFS nach langjähriger Unsicherheit auf eine neue Grundlage gestellt werden könnte. In der 2009 publizierten Untersuchung (Lombardi et al. 2009) fanden die Autoren in 68 von 101 Patienten (67%) gegenüber 3,7% bei gesunden Kontrollen XMRV-DNA in B- und T-Lymphozyten. XMRV im Blut von CFS-Patienten erwies sich in Zellkulturen als übertragbar und kommt daher als infektiöse Ursache des CFS in Betracht. Dies bedeutet nicht automatisch, dass XMRV für die Krankheitserscheinungen des CFS kausal verantwortlich ist; jedoch könnte der Nachweis von XMRV ein diagnostisches Kriterium für CFS sein.

Die Ergebnisse haben umgehend zahlreiche kritische Stimmen hervorgerufen, die Zweifel an den Untersuchungs-Ergebnissen äußern. Tatsächlich liegen Publikationen vor von Untersuchungen, bei denen der XMRV-Nachweis in CFS-Patienten-Kollektiven nicht geführt werden konnte (Übersicht in: van der Kuyl et al. 2011). Andere Untersuchungen legen nahe, dass es sich bei XMRV um eine Laborkontamination handeln könnte (u.a. Smith, 2010).

Aktuell stehen die Studien, alle von hochqualifizierten Einrichtungen, als Gegensätze im Raum und die Ungewissheit ist groß (Stoye et al. 2010). Da kaum anzunehmen ist, dass die gegensätzlichen Ergebnisse auf schlichten Verfahrensfehlern beruhen, muss gefragt werden, ob die untersuchten Patienten-Kollektive in USA und Europa derart unterschiedlich sind oder ob technische Feinheiten für die unterschiedlichen Ergebnisse verantwortlich sind.

Wir haben uns deshalb entschlossen, eigene Untersuchungen zu dieser Fragestellung anzubieten. So haben wir eine an den publizierten molekularen Daten orientierte diagnostische Methode einschließlich relevanter Kontrollen etabliert. Die Reaktion ist ausreichend sensitiv für den Nachweis einzelner Kopien des XMRV-Genoms und liefert anhand der Kontrollen positive Ergebnisse.

Dabei wird der Frage nachgegeangen, ob im deutschsprachigen Raum ein Nachweis des XMRV bei CFS-Patienten geführt werden kann. Die Untersuchung setzt deshalb auch voraus, dass eine strukturierte Erfassung der Krankheitssituation anhand eines Fragebogens erfolgt.

Sollten Sie Interesse an der Untersuchung haben, melden Sie sich bitte unter xmrv@dr-bieger.de.

Sie können für Ihre Nachfrage auch das hier zu öffnende Kontaktfeld nutzen.

Hiermit bitte ich um Übersendung weitergehender Arzt-und Patienten-Information zum XMRV-Test.


Welche Untersuchung wird durchgeführt?

Achtung Änderung!
Aus den eingesendeten Blutproben werden Serum und Immunzellen isoliert. Das Serum wird auf das Vorliegen von Antikörpern untersucht. Aus den Bluzellen wird DNA isoliert und mit einer hochsensitiven PCR auf XMRV analysiert.

Zur Durchführung des Tests werden je ein Standard-Röhrchen für EDTA-Blut und Serum (je ca. 10 ml) benötigt.

Zur Anforderung weitergehender Arzt- und Patienten-Informationen schicken Sie bitte ein Email an xmrv@dr-bieger.de oder nutzen Sie das nachfolgende Kontaktformular.

Hiermit bitte ich um Übersendung weitergehender Arzt-und Patienten-Information zum XMRV-Test.



Interpretation der Testergebnisse

Die Möglichkeiten und Grenzen des Tests und der Rolle von XMRV bei CFS sind Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion. Die Inhalte dieser Diskussion müssen in Betracht gezogen werden, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden.

Wichtig ist, dass von Seiten des Labors keine Aussagen zur biologischen Relevanz und Signifikanz sowie zu den medizinischen Implikationen der Testergbnisse gemacht werden können.

Nur Ärzte können die Testergebnisse im Rahmen der Gesamtsicht des Krankheitsbildes interpretieren, insbesondere im Hinblick auf Behandlungs-Optionen.

Referenzen:

Lombardi et al.
Detection of an Infectious Retrovirus, XMRV, in Blood Cells of Patients with Chronic Fatigue Syndrome
Science 326, 585 (2009); doi: 10.1126/science.1179052

van der Kuyl et al.
Of mice and men: on the origin of XMRV
Frontiers in Microbiology
epublished Jan 17 2011; doi: 10.3389/fmicb.2010.00147

Smith
Contamination of clinical specimens with MLV-encoding nucleic acids: implications for XMRV and other candidate human retroviruses
Retrovirology 2010, 7:112 doi: 10.1186/1742-4690-7-112

Stoye et al.
The xenotropic murine leukemia virus-related retrovirus debate continues at first international workshop
Retrovirology 2010, 7:113